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4. Dezember 2009

5. und 6. Dezember ‘Klausentreiben’

Kategorie: Allgemein – urlauberin – 16:50

In den nächsten Tagen ist es wieder soweit!

Mit dem Beginn des Winters wird es Zeit, einen alten Brauch lebendig werden zu lassen. Wieder sind es die Kelten, denen die Abstammung zugesprochen wird. So gibt es seit alters her in Oberjoch, wie in vielen Allgäuer Orten, am 5. und 6. Dezember das „Klausentreiben“. Dabei dürfte es sich um einen mehr als 2000 Jahre alten, also einen der ältesten Kulturbräuche der heidnischen Zeit handeln. Damals fürchteten die Menschen sich gerade in den langen, harten Wintern sehr vor bösen Geistern und Dämonen. Um diese zu vertreiben, vermummten sich die mutigsten jungen Männer des Ortes mit dicken Pelzen, Fellen, Hörnern und Ledergewändern. Anschließend zogen sie johlend mit Schellen und Ruten bepackt durch die Gassen mit dem Ziel, alles Böse zu verjagen. Wie man sich vorstellen kann, war man gut beraten, diesen wilden Horden nicht zu begegnen. Da sich über die Jahrhunderte – auch während der Zeit der Christianisierung – die Furcht vor Geistern nicht legte, blieb der Brauch lange Zeit in dieser Form erhalten. Heutzutage ist die Motivation natürlich nicht mehr so sehr die Furcht vor bösen Geistern, sondern die Aufrechterhaltung einer alten Tradition. Auch werden nicht mehr die Geister gejagt, die Klausen haben es vielmehr auf vorlaute und allzu neugierige Zuschauer am Wegesrand abgesehen, die schon mal den einen oder anderen Rutenhieb abbekommen können. Wer dann nicht schnell genug wegrennen kann, den erwischt es, alles im Rahmen versteht sich. In Bad Hindelang und Oberjoch dürfen als Klausen nur ledige Burschen teilnehmen. Nach ca. 4 Stunden ist das Spektakel beendet, dann ziehen die Klausen bis in die Morgenstunden noch durch die einheimischen Kneipen und Häuser, um den Tag entsprechend ausklingen zu lassen.
Der Tag zuvor, der 4. Dezember steht dabei ganz im Zeichen der jungen Mädchen. Dies ist der Tag der heiligen Barbara, der Namensgeberin für das „Bärbeletreiben“. Dabei sind die Mädchen gekleidet wie alte Weiber, und auch sie sind mit Schellen und Ruten „bewaffnet“, um Burschen und Mädchen vor sich her zu treiben.


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